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Schweizerisches Bundesgericht (BGer), Lausanne, beanstandet Nichtzulassung eines Wörterbuchs für eine italienischsprachige Tessinerin in einer Prüfung an der ETH Zürich und Ausschluss aus dem Studiengang (Biologie)
«Zusammenfassend ist damit zu konstatieren, dass der Beschwerdeführerin in der streitbetroffenen Prüfung Physikalische Chemie II zu Unrecht der Gebrauch eines Deutsch-Italienisch / Italienisch-Deutsch-Wörterbuchs verweigert worden ist und dass insofern ein Verstoss gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Chancengleichheit im Prüfungsrecht vorliegt, der einer (indirekten) Diskriminierung gleichkommt. Auch kann der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden, den Mangel verspätet geltend gemacht zu haben. Die Beschwerde [gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts] ist deshalb gutzuheissen (…); die Beschwerdeführerin ist erneut zur Prüfung Physikalische Chemie II zuzulassen, und ihr ist dabei der Gebrauch eines Wörterbuchs zu gestatten. Zur Prüfungsvorbereitung ist ihr hinreichend Zeit zu gewähren.» (Seite 710)

Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein (StGH), Vaduz, sieht in dem Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare von der Ehe weder einen Verstoß gegen die liechtensteinische Landesverfassung noch gegen die EMRK
Zwei Männer, deren Antrag beim Zivilstandsamt auf Eheschließung abgelehnt wurde, hatten nach erfolgloser Beschwerde an die Regierung vor dem Verwaltungsgerichtshof geklagt. Dieser unterbrach das Verwaltungsbeschwerdeverfahren und stellte beim StGH einen Normenkontrollantrag mit dem Ziel, in Art. 1 des Ehegesetzes die Wortfolge „verschiedenen Geschlechts“ zu streichen. Der StGH lehnte dies ab. In der Begründung heißt es u.a.:
«(…), hat der liechtensteinische Gesetzgeber die Ehe und die eingetragene Partnerschaft wegen der unterschiedlichen Rechtswirkungen, die ihnen zugemessen wurden, in getrennten Rechtsinstitutionen ausgestaltet. Vor allem fehlt eingetragenen Partnern die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Elternschaft, die wegen der gesetzlich in Art. 25 PartG getroffenen Entscheidung anders als bei Ehepartnern auch nicht durch die Adoption eines Kindes oder durch eine medizinisch assistierte Fortpflanzung begründet werden kann. Ob diese Verbote und die damit verbundene Verweigerung der Begründung familiärer Beziehungen in ihrer konkreten Ausgestaltung gerechtfertigt werden können, hat der Staatsgerichtshof im Zusammenhang mit dem vorliegenden Normenkontrollantrag nicht zu entscheiden. (…)